Diagnostik neu gedacht – Zoetis präsentiert KI-gestützte Innovationen

Zoetis lud im Juni 2025 zur internationalen Pressekonferenz nach Berlin ein und präsentierte dort seine neuesten Entwicklungen im Bereich der veterinärmedizinischen Diagnostik. Mit dabei: Abhay Nayak (President Global Diagnostics), Dr. Richard Goldstein (Global Chief Medical Officer & Head of Medical Affairs), Andrew Evanoff (Global Diagnoctics Head of Marketing) sowie Fachjournalist:innen und Branchenexpert:innen aus ganz Europa. Herzstück dieser neuen Diagnostikstrategie ist das sogenannte Virtual Laboratory – ein cloudbasiertes System, das Geräte, Daten, Expert:innen und Tierärzt:innen miteinander vernetzt. Über das Zoetis DX-Portal können Ergebnisse eingesehen, Zweitmeinungen eingeholt und Therapiewege diskutiert werden. Aktuell sind 14 Fachdisziplinen über das Portal abgedeckt – von der Zytologie über Parasitologie bis zur Inneren Medizin.

Mehr als ein Analyzer

Abhay Nayak, President Global Diagnostics bei Zoetis, machte in Berlin klar: Hier geht es nicht nur um die Markteinführung eines neuen Geräts, sondern um einen grundlegenden Wandel in der veterinärmedizinischen Diagnostik. „Wir investieren nicht in Technik um der Technik willen“, betonte Nayak. Unser Ziel ist es, Diagnostik vollständig neu zu denken - nah an den Bedürfnissen der Tierärzt:innen.“ Zoetis positioniert sich damit als globaler Innovationstreiber, der eine vernetzte, praxisintegrierte Lösung anbietet, die klinische Relevanz, Bedienkomfort und diagnostische Präzision intelligent verbindet.

Vetscan OptiCell: Hämatologie reloaded

Global Chief Medical Officer und Head of Medical Affairs Dr. Richard Goldstein präsentierte das Highlight der Veranstaltung und stellte den neuen Hämatologie-Analyzer Vetscan OptiCell vor, der ganz ohne Reagenzien, Wartung oder Kalibrierung auskommt und innerhalb von sechs Minuten ein vollständiges Blutbild liefert. Die Technik basiert auf einer patentierten Mikrofluidik-Kartusche, in der die Blutzellen einzeln analysiert und mit Hilfe von KI klassifiziert werden. Das Ergebnis: ein kompaktes, leises, einfach zu bedienendes Gerät, das sowohl für große Kliniken als auch für kleine Praxen geeignet ist.

„Für den Test benötigen wir nur zwei Tropfen Blut“, erklärte Martin Schröder, National Veterinary Specialist Diagnostik bei Zoetis, der die Live-Demonstration in Berlin durchführte. Schritt für Schritt führte er das Publikum durch den Ablauf: von der Probenentnahme über das Einlegen der Kartusche bis zur Anzeige der Ergebnisse auf dem Bildschirm. Die Kartusche sei vorgefüllt, versiegelt und werde nach Gebrauch einfach entsorgt. Auch eine Kalibrierung sei nicht notwendig. Die Bedienung des Geräts ist so intuitiv, dass selbst neue Mitarbeitende schnell sicher damit umgehen könnten. Schröder hob hervor, dass der OptiCell Zellzahlen, unterstützt durch Künstliche Intelligenz, liefert. Es besteht die Möglicheit, jeden Befund zu prüfen oder eine Zweitmeinung einzuholen. „Das ist keine Black Box, sondern ein System, das Transparenz schafft“, fasste Schröder zusammen.

Digitale Zytologie: Echtzeit trifft Expertise

Darüber hinaus war der Vetscan Imagyst ein weiteres zentrales Thema. In wenigen Minuten entstehen hochauflösende Aufnahmen von Kot-, Urin-, Blut- und Dermatologieproben, die mittels künstlicher Intelligenz (KI) analysiert werden. 
Darüber hinaus steht ein weltweites Netzwerk von Patholog:innen zur Verfügung, die Zytologieproben innerhalb weniger Stunden untersuchen. In der Praxis bedeutet das: mehr Sicherheit, kürzere Wartezeiten und die Möglichkeit, besser mit den Tierhalter:innen kommunizieren zu können. Eine weiterere Entwicklung ist die neue Funktion AI Masses, die die KI-gestützte Analyse von Lymphknoten- und Hautveränderungen innerhalb von Minuten ermöglicht. Die Technologie erkennt potenziell neoplastische Zellen und hilft, schnelle und individualisierte Therapieentscheidungen zu treffen. Auch hier können die Nutzer:innen optional auf das sogenannte Add-on Expert Review zugreifen und digitale Ausstriche an erfahrene Expert:innen senden. AI Masses soll Anfang 2026 in Deutschland auf den Markt kommen.

Was bedeutet das für Praxen in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Im Gespräch mit Dr. Bastian Buschmeyer, Business Unit Director Diagnostics & Diagnostics Strategy Lead Diagnostics DACH, wurde deutlich, wie ernst Zoetis die spezifischen Anforderungen der Region nimmt. Die Markteinführung des Vetscan OptiCell sei für Herbst 2025 geplant. Einige Pilotpraxen in Deutschland, darunter sowohl Haustierärzt:innen als auch Spezialist:innen, haben den VetScan Opticell bereits im Einsatz. Die Rückmeldungen seien laut Buschmeyer „durchweg positiv, insbesondere in Bezug auf einfache Handhabung, geringe Fehleranfälligkeit und die schnelle Verfügbarkeit der Ergebnisse.“

Ein zentrales Element der DACH-Strategie ist zudem die Kooperation mit Laboklin. Buschmeyer betont: „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zu Laboklin, sondern als sinnvolle Ergänzung. Mit unseren Inhoouse-Lösungen ermöglichen wir Praxen schnelle Entscheidungen im Alltag – Laboklin bleibt unverzichtbar für weiterführende Laboranalytik, Spezialuntersuchungen und pathologische Befundung.“ Ziel sei eine nahtlose Verzahnung beider Welten; die Bedürfnisse unserer Kundschaft steht im Mittelpunkt. Zur Unterstützung hat Zoetis in Kooperation mit Laboklin eine Medical Hotline eingerichtet, bei der medizinische Fragestellungen kompetent von Expert:innen der Firma Laboklin beantwortet werden.

Buschmeyer fasst abschließend zusammen: „Es geht uns nicht darum, ein Gerät in den Tierarztpraxen abzustellen, sondern darum, gemeinsam mit den Tierärzt:innen neue Standards zu etablieren und die Tiergesundheit weiterzuentwickeln.“

Andreas Moll