VetStage + The Holding Club: Was bedeutet diese Partnerschaft?
Mit dem Einstieg von The Holding Club schlägt VetStage ein neues Kapitel auf. Mehr als zehn Jahre lang war die Plattform der tiermedizinischen Community ein unabhängiger Motor für Vernetzung, Recruiting, Personalentwicklung und Wissenstransfer. Nun kommt ein strategischer Partner an Bord – einer, der laut Pressemitteilung auf langfristige Stabilität, nachhaltiges Wachstum und technologische Exzellenz setzt. Entscheidend dabei: VetStage bleibt unternehmerisch eigenständig. Kein Aufgehen in einem Konzern, kein Verlust an Agilität. Stattdessen entsteht ein Modell, das sich in der Softwarebranche immer häufiger zeigt: unabhängige Spezialisten mit tiefem Branchenwissen treffen auf ein internationales Netzwerk aus Digitalisierungsexperten. Für die Tiermedizin, in der Vertrauen, Nähe und Verlässlichkeit zentrale Werte sind, ist das eine seltene und zugleich wegweisende Kombination. Die Vision: Innovation, Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit konsequent weiterentwickeln – vom HR-Cockpit über neue Matching-Funktionen bis hin zu einem Fachforum, das bewusst anders funktionieren soll als klassische Social-Media-Debattenräume. „VetStage war immer mehr als nur Software – es ist ein System, das die Branche stärkt“, sagt Geschäftsführer Jonah Jeschkeit. Mit dem neuen Partner wolle man diese Rolle stärker ausfüllen: als zentraler Knotenpunkt für Fachkräfte, Arbeitgeber, Praxismanager:innen und Industrie. „Wir stehen an einem Punkt, an dem die Tiermedizin digitale Bausteine braucht, die wirklich funktionieren – nicht kompliziert, nicht übergestülpt, sondern praxisnah und verlässlich.“
Am Rande des bpt-Kongresses in Wiesbaden habe ich mit VetStage-Gründer Chris Waldner und Jonah Jeschkeit darüber gesprochen, warum dieser Schritt gerade jetzt so wichtig ist – und was er konkret für Tierärzt:innen und TFAs bedeutet.
„Warum habt ihr euch für The Holding Club entschieden?“
Chris Waldner: „Wir haben lange gesucht und viele Gespräche geführt. The Holding Club bringt genau die fünf Eigenschaften mit, die uns wichtig waren: echte unternehmerische Eigenständigkeit im Portfolio, keine zentralistische Steuerung, jahrzehntelange Softwareerfahrung, eine starke regionale Verwurzelung – und ein echtes Herz für Unternehmen, die organisch gewachsen sind. Das ist heutzutage nicht selbstverständlich.“ Waldner beschreibt die Partnerschaft als Mischung aus Rückhalt und Freiheit: „Wir können weiterhin schnell entscheiden, pragmatisch arbeiten und nah an unserer Community bleiben – und profitieren zusätzlich von Know-how, Strukturen und Netzwerken, die wir alleine nie hätten aufbauen können.“
Jonah Jeschkeit ergänzt: „Wichtig war uns auch die kulturelle Passung. Wir sind ein mittelständisches Unternehmen mit Startup-Mentalität. Integrität, flache Hierarchien, kurze Wege – das ist bei VetStage zentral. Wir haben schnell gemerkt, dass The Holding Club genauso tickt. Das war für uns ein Gamechanger.“
Was ändert sich – und was bleibt?
In der Tiermedizin sind große Veränderungen oft mit Skepsis verbunden. Darum war es VetStage wichtig, früh und klar zu kommunizieren: Die Plattform bleibt VetStage. Jonah Jeschkeit erklärt: „VetStage wird bleiben, was es ist, aber wir heben das Nutzererlebnis auf ein neues Level. Der kommende Relaunch wird ein absoluter Quantensprung: Inhalte werden deutlich leichter auffindbar, das Matching wird intelligenter, personalisierter und relevanter. Außerdem starten wir ein neues Forum, in dem nur persönlich verifizierte Fachkräfte schreiben dürfen – mit Klarnamen. Wir nennen es intern unser "Anti-Social-Media-Forum". Wir wollen echte Diskussionen, keine anonymen Schnellschüsse.“
Für viele Praxen besonders relevant: die Stärkung der HR-Funktionen. Chris Waldner berichtet: „Die meisten Praxen nutzen heute nur einen Bruchteil der Möglichkeiten, die das HR-Cockpit bietet. Das wollen wir ändern. Wir bauen die Funktionen aus, aber vor allem werden wir Praxen durch Schulungen gezielter unterstützen. Unser Ziel: Personalwesen so gestalten, dass es Zeit spart statt Zeit frisst.“
Vet-Marketing-Co-Pilot
Ein weiterer Fokus liegt auf der Industrie – und auf modernerem, mutigerem Marketing. „Wir sehen dort viel Aufbruchstimmung, aber auch Nachholbedarf, gerade im digitalen Bereich“, sagt Waldner. „Deshalb bauen wir unsere KI-Fähigkeiten aus. Wir können Plattform, veterinärspezifische Marketingsoftware und Agenturservices aus einer Hand bieten. Am Ende entsteht ein echter Vet-Marketing-Co-Pilot – etwas, das diese Branche so noch nicht hat.“ Die Logik dahinter ist klar: Wenn Praxen, Kliniken, Unternehmen und Fachkräfte dieselbe Infrastruktur nutzen, entsteht ein Ökosystem, das reibungslos miteinander arbeiten kann.
Fazit
Der Einstieg von The Holding Club ist kein klassischer Verkauf, sondern der Beginn einer strategischen Entwicklung, wie sie im Gesundheitssektor bisher selten zu sehen war. VetStage positioniert sich als unabhängiges, technologisch starkes und kulturell stabiles Unternehmen, das die Bedürfnisse der Tiermedizin versteht und gleichzeitig internationale Expertise einbindet. Die kommenden Monate werden zeigen, wie die Community die neuen Funktionen annimmt.
Andreas Moll