Happy birthday! 10 Jahre digitale Fortbildung by VETINARE
Kaum jemand kennt die veterinärmedizinische Fortbildungslandschaft aus so unterschiedlichen Perspektiven wie Nina Fischer. Die Tierärztin war über viele Jahre in zentralen Funktionen tätig – unter anderem bei med.vet. Symposien, in Fachverlagen (veterinär spiegel, Wiley-Blackwell) sowie im Außendienst von scil animal care (heute Antech Diagnostics Germany). Vor rund zehn Jahren gründete sie gemeinsam mit Kolja Freiboth die Online-Fortbildungsplattform VETINARE. Auf dem LTK26 habe ich beide zum Gespräch getroffen.
Welche Erfahrungen aus Ihren Stationen haben die Gründung und Ausrichtung von VETINARE geprägt?
Nina Fischer: Die unterschiedlichen Stationen haben mir früh gezeigt, wo Fortbildungsangebote gut funktionieren – und wo sie an den Realitäten des Praxisalltags vorbeigehen. In Verlagen und bei Symposien habe ich hohe fachliche Qualität erlebt, aber auch gesehen, dass diese Formate zeitlich oft schwer mit dem Berufsalltag vereinbar sind. Im Außendienst wurde mir noch deutlicher, unter welchem Druck Tierärzt:innen und TFAs arbeiten. Daraus entstand die Idee, Fortbildung so zu gestalten, dass sie sich an den Arbeitsalltag anpasst und nicht zusätzliche Belastung erzeugt.
Welche zentralen Anforderungen stellen Tierärzte und TFAs heute an moderne Fortbildung?
Kolja Freiboth: Zeit ist der entscheidende Faktor. Fortbildung muss planbar und flexibel sein. Gleichzeitig erwarten die Teilnehmenden Inhalte, die fachlich fundiert sind und einen klaren Praxisbezug haben. Reine Theorie oder marketinggetriebene Inhalte werden kaum angenommen. Wichtig sind außerdem transparente Rahmenbedingungen und eine verlässliche Anerkennung, etwa durch ATF-Zertifizierung. Fortbildung wird zunehmend als kontinuierlicher Prozess verstanden, nicht mehr als Einzelereignis.
Wie hat sich der Stellenwert digitaler Fortbildung in den letzten neun Jahren verändert?
Nina Fischer: Zu Beginn war digitale Fortbildung für viele eher eine Ergänzung und teils mit Vorbehalten verbunden. Heute ist sie fest etabliert. Die Akzeptanz ist gewachsen, weil sich gezeigt hat, dass digitale Formate fachlich gleichwertig sein können – bei deutlich besserer Vereinbarkeit mit dem Praxisalltag.
Welche Rolle möchten Sie mit VETINARE künftig im Fortbildungsökosystem spielen?
Kolja Freiboth: Wir sehen uns als Plattform, die qualitativ hochwertige, unabhängige Fortbildung für das gesamte Praxisteam zugänglich macht. Digitale Angebote verstehen wir dabei als Ergänzung zu bestehenden Fortbildungsformaten – nicht als Ersatz, sondern als Baustein eines vielfältigen Systems.
Andreas Moll