Strukturierte postgraduale Fortbildung als neuer Standard in der europäischen Veterinärmedizin

Interview mit Daniel García Rodríguez, Gründer & Geschäftsführer von Ifevet International, und Tierärztin Julia Brüner, Ansprechpartnerin für die postgradualen Fortbildungsprogramme in der DACH-Region.

Strukturierte postgraduale Fortbildung als neuer Standard in der europäischen Veterinärmedizin

Die zunehmende Spezialisierung der Veterinärmedizin verändert auch die Anforderungen an Fortbildung. Immer mehr Tierärzt:innen suchen nach Programmen, die über klassische Seminarformate hinausgehen und akademische Struktur mit klinischer Alltagstauglichkeit verbinden. Ifevet International bringt ein solches Modell nun in die DACH-Region. Im Gespräch erläutern Günder und Geschäftsführer Daniel García Rodríguez und Tierärztin Julia Brüner, Ansprechpartnerin für die Programme im deutschsprachigen Raum, Hintergründe, Unterschiede und Perspektiven.

Warum hat sich Ifevet für den Eintritt in den deutschen Markt entschieden – und warum gerade jetzt?

Daniel García Rodríguez: Deutschland gehört zu den am stärksten professionalisierten tierärztlichen Märkten Europas – mit hohem klinischem Niveau und klarer Ausrichtung auf strukturierte Weiterbildung. Gerade deshalb war uns ein sorgfältig vorbereiteter Markteintritt wichtig. In den vergangenen Jahren konnten wir unser akademisches Modell in anderen europäischen Ländern etablieren und lernen, internationale Universitätsstandards mit lokalen beruflichen Anforderungen zu verbinden.

Die Praxis wird zunehmend komplexer. Viele Tierärzt:innen suchen Programme, die akademische Struktur, kontinuierliche Weiterbildung und formale Anerkennung bieten – und gleichzeitig mit dem klinischen Alltag vereinbar sind. Wir sind überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, dieses Modell in die DACH-Region einzubringen.

Worin unterscheidet sich das akademische Modell von Ifevet von anderen Fortbildungsformaten?

Daniel García Rodríguez: Unsere Programme sind keine isolierten Kurse, sondern aufeinander aufbauende akademische Strukturen. Jedes Postgraduate Certificate (PGCert) folgt einer klaren Lernarchitektur mit definierten Zielen, Leistungsbewertung und einer systematischen Verbindung von Theorie und klinischer Anwendung. Absolvent:innen erwerben eine universitäre Qualifikation im Rahmen des europäischen ECTS-Systems. Dadurch sind die Programme fest im Hochschulsystem verankert. Alle Programme sind zudem ATF-anerkannt. Mit einer Dauer von neun bis zwölf Monaten sind sie bewusst berufsbegleitend angelegt.

Wie wird das Programm an die Anforderungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz angepasst?

Julia Brüner: Für uns geht es nicht um eine reine Übersetzung, sondern um echte Integration. Die Programme werden vollständig auf Deutsch durchgeführt und berücksichtigen die klinische Realität sowie die beruflichen Rahmenbedingungen der DACH-Region.

Wir arbeiten mit Spezialist:innen zusammen, die den lokalen Markt kennen und die Bedürfnisse praktizierender Tierärzt:innen verstehen. Ziel ist ein Format, das akademisch anspruchsvoll ist – und sich zugleich realistisch in den Praxisalltag integrieren lässt.

Welche Perspektive verfolgt Ifevet mittelfristig in der Region?

Julia Brüner: Wir möchten langfristige Beziehungen zu Kliniker:innen und Spezialist:innen aufbauen und strukturierte postgraduale Fortbildung nachhaltig verankern.

Daniel García Rodríguez: Für uns ist das kein kurzfristiger Trend, sondern ein logischer Entwicklungsschritt des Berufsstandes. Unser Ziel ist es, dieses akademisch fundierte Modell dauerhaft in Deutschland und der gesamten DACH-Region zu etablieren.

Vielen Dank für das spannende Gespräch!