Digital, menschlich, echt - die neue Generation rebovet!

Seit über 45 Jahren zählt rebovet (ehemals Rebopharm) zu den etablierten Großhändlern für Tierarzneimittel in Deutschland. Das Familienunternehmen mit Sitz in Bocholt beliefert heute mehrere tausend Tierarztpraxen und -kliniken im deutschsprachigen Raum und hat sich vom klassischen Arzneimittelhändler zum modernen Vollsortimenter entwickelt. Rund 100 Mitarbeitende sorgen täglich dafür, dass Tierärzt:innen schnell, zuverlässig und fachlich kompetent beliefert werden. Viele von ihnen sind seit Jahrzehnten im Unternehmen beschäftigt – eine Kontinuität, die für Inga Koenen, geschäftsführende Gesellschafterin, ein zentraler Teil der Unternehmenskultur ist: „Wir verstehen uns als Familienunternehmen – bodenständig, verlässlich und nah an unseren Kund:innen.“

Vom Küchentisch zum Kompetenzzentrum

Angefangen hat alles vor 45 Jahren am Küchentisch von Horst Koenen. Der charismatische Handelsvertreter für Veterinärarzneimittel war ein Typ, wie ihn heute kaum noch einer trifft: leidenschaftlich, meinungsstark, immer im Gespräch mit den Tierärzt:innen. „Die haben ihn sogar aus dem OP angerufen, wenn sie nicht weiterwussten“, erzählt seine Tochter Inga Koenen und lächelt. „Er hat’s geliebt – und er kannte jedes Produkt im Schlaf.“ Heute führt sie das Unternehmen in zweiter Generation – mit derselben Leidenschaft, aber einem anderen "Werkzeugkasten". Die studierte Romanistin und ehemalige Kommunikationschefin bei Lekkerland brachte Struktur, Strategie und Kommunikationserfahrung in den Familienbetrieb. 2015 übernahm sie die Geschäftsführung, in einer Zeit, in der die Digitalisierung gerade Fahrt aufnahm. „Ich wollte das bewahren, was gut war und alles andere weiterentwickeln

Aus der kleinen Rebopharm ist längst rebovet geworden – ein moderner Vollsortimenter, der vom Arzneimittel über Praxisbedarf bis zum Desinfektionsspray alles liefert, was eine Praxis braucht.
„Wir haben heute rund 16.000 Artikel im Lager, vom Skalpell bis zum Ergänzungsfuttermittel“, erklärt Vertriebsleiter Marius Pumpe. Auch langjährige Mitarbeitende erleben den Wandel hautnah. „Früher haben wir jeden Lagerplatz im Kopf gehabt“, sagt Martin Belting, der seit 35 Jahren dabei ist. „Heute zeigt uns das System, wo alles steht, aber ich weiß es trotzdem noch.“

Wir verstehen uns als Familienunternehmen – bodenständig, verlässlich und nah an unseren Kund:innen.“

Inga Koenen und Marius Pumpe, rebovet

Handarbeit meets Hightech

Zwei Hallen, 1.400 Quadratmeter, 31.000 Packungen – und ein Apothekenroboter, der alles miteinander verbindet. In der Mitte des Lagers steht mit dem neuen BD Rowa ein hochautomatisiertes Kommissioniersystem, wie man es sonst aus Krankenhausapotheken kennt. Hinter einer Glasfront greifen Roboterarme präzise nach Medikamenten, erkennen per Kamera jede Packung, prüfen Verfallsdaten, lagern automatisch ein und sortieren aus. „Früher haben wir jedes Paket von Hand zusammengestellt“, sagt Pumpe. „Heute sorgt der Roboter dafür, dass wir schneller, präziser und sicherer liefern können.“ Der BD Rowa steht für das, was rebovet auszeichnet: Effizienz und Zuverlässigkeit – ohne den Menschen aus dem Prozess zu nehmen. „Wir behalten immer die Kontrolle“, sagt Koenen. „Aber wir schaffen uns Freiraum für gute Beratung und persönlichen Service.“

hands.on.KI

Doch Stillstand gibt es in Bocholt nicht. Während im Lager der Roboterarm surrt, denken Koenen und ihr Team bereits an den nächsten Schritt. rebovet selbst hat die Initiative hands.on.KI ins Leben gerufen – ein neues Austauschformat, das zeigen soll, wie Künstliche Intelligenz konkret in der Praxis ankommen kann. Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Bocholt, der Westfälischen Hochschule und dem Digital Hub münsterLAND wurde die Idee entwickelt und umgesetzt. Ziel ist es, den praxisorientierten, ehrlichen Austausch über KI in der Region zu fördern – und Unternehmen dazu zu ermutigen, die Technologie greifbar zu machen. Auch Joshua Betting von rebovet war als Organisationspartner und Firmenvertreter vor Ort.

Kompetenz am Telefon & Onlinehilfe von "Schnuffi"

Trotz aller Technik bleibt der persönliche Kontakt ein Markenzeichen. In der Auftragsannahme sitzen fast ausschließlich gelernte Tiermedizinische Fachangestellte. „Die wissen genau, was sie verkaufen“, sagt Koenen. „Das ist unsere DNA. Kompetenz am Telefon, keine Callcenter-Atmosphäre.“

Und doch zeigt sich auch hier der digitale Fortschritt: Im rebovet-Onlineshop unterstützt seit Kurzem der virtuelle Assistent „Schnuffi“ die Kund:innen. Er beantwortet häufige Fragen rund um Bestellungen, Konten und Serviceanliegen, gibt erste Orientierung – und verweist, wenn nötig, an das menschliche Team weiter. „Schnuffi lernt ständig dazu“, erklärt Koenen. „Aber er soll niemanden ersetzen, sondern den Kontakt zu unseren Kund:innen erleichtern.“ 85 Prozent aller Bestellungen laufen inzwischen über den Online-Shop, doch viele Kund:innen greifen weiterhin zum Hörer, wenn sie Rat brauchen und bekommen ihn auch dort selbstverständlich.

Alles aus einer Hand – und manchmal nur einmal im Jahr

Was rebovet besonders macht, ist die Mischung aus Struktur und Flexibilität. Neben der Arzneimittelkompetenz ist das Unternehmen bekannt für seine Raritätenbeschaffung. „Wenn eine Praxis ein spezielles Produkt braucht, das sonst keiner mehr führt – wir besorgen es“, sagt Pumpe. „Manche Artikel legen wir nur für einen Kunden an und verkaufen sie dann genau einmal im Jahr.“ Hinzu kommen Importarzneimittel, ein Bereich, in dem rebovet jahrzehntelange Erfahrung hat – und eine eigene Expertin, die sich ausschließlich mit den komplexen rechtlichen Vorgaben und internationalen Lieferketten beschäftigt. Neben Markenprodukten hat rebovet in den vergangenen Jahren eine Reihe eigener Produkte entwickelt – von Praxisbedarf über Instrumente bis hin zu Ergänzungsfuttermitteln.

Mit einer Mischung aus Erfahrung, Kontinuität und Innovationsbereitschaft positioniert sich rebovet als verlässlicher Partner der Tierarztpraxis. Dabei bleibt das Unternehmen seinen Wurzeln treu: ein inhabergeführter Mittelständler mit klaren Werten, tiefem Branchenwissen und dem Mut, neue Wege zu gehen. „Manche Tierärzt:innen sagen immer noch Rebopharm“, gibt Koenen zu. „Aber das ist okay. Wichtig ist, dass sie wissen: Wir sind dieselben geblieben – nur ein bisschen moderner.“

Andreas Moll