"Über den Tellerrand blicken" - Dr. Edda Hoffmann über den DGVD-Kongress 2026

Vom 12. bis 14. Juni 2026 wird Düsseldorf erneut zum Treffpunkt der veterinärdermatologischen Community. In der "Rheinterrasse", dem denkmalgeschützten Gebäude aus den 20er Jahren, kehrt die DGVD-Jahrestagung nach 14 Jahren an den Rhein zurück. Tagungspräsidentin Dr. Edda Hoffmann lädt ein, "moderne Dermatologie bewusst im größeren Kontext" zu denken. Für die Tierärztin ist die Rückkehr kein nostalgischer Blick zurück, sondern Ausdruck einer dynamischen Entwicklung des Fachs. Neue Medikamente, differenziertere allergologische Ansätze und ein wachsendes Verständnis komplexer dermatologischer Zusammenhänge haben die Disziplin in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Gleichzeitig ist die DGVD selbst gewachsen – heute zählt der Verein über 500 Mitglieder. Doch die wichtigste Veränderung liegt aus ihrer Sicht nicht allein im medizinischen Fortschritt: „Wir wollen nicht zu Fachidiot:innen werden. Moderne Dermatologie lebt davon, dass wir über den Tellerrand schauen“, so Hoffmann.

Teamwork makes the dream work!

Der Kongress folgt bewusst einem offenen, interdisziplinären Konzept. Neben klassischen dermatologischen Themen wie Juckreiz, Notfällen bei Hund und Katze oder seltenen Fell- und Pigmentstörungen umfasst das Programm auch Einblicke in angrenzende Bereiche – von Kommunikation bis Praxisorganisation. Denn dermatologische Fälle lassen sich selten isoliert betrachten. Sie berühren internistische, verhaltensmedizinische und oft auch strukturelle Fragen des Praxisalltags. „Teamwork makes the dream work – und genau deshalb brauchen wir neue Perspektiven auf unsere Arbeit.“ Die Jahrestagung richtet sich daher ausdrücklich nicht nur an Spezialist:innen, sondern auch an Allgemeinpraktiker:innen und an das gesamte Praxisteam. Bereits vor 14 Jahren setzte Hoffmann sich dafür ein, TFAs aktiv einzubinden. Ein Schritt, der damals kontrovers diskutiert wurde, sich aber als entscheidender Erfolgsfaktor erwies.

Resilienz als Teil der Fortbildung

Neu und bewusst gesetzt ist der Fokus auf Supervision, Burnoutprävention und mentale Gesundheit. Für Hoffmann kein „Soft Topic“, sondern eine zentrale Zukunftsfrage des Berufsstandes. Sie erklärt: „Wir arbeiten täglich mit schwer kranken Patienten und emotional belasteten Situationen – da brauchen wir Werkzeuge, um selbst stabil zu bleiben.“ Vorträge zu Achtsamkeit, Teamkommunikation und struktureller Unterstützung im Praxisalltag sollen dazu beitragen, langfristig tragfähige Arbeitsbedingungen zu fördern. Hintergrund ist auch die bekannte erhöhte Belastung innerhalb des tierärztlichen Berufs.

Kongresskultur neu gedacht

Neben der fachlichen Qualität legt die Tagungspräsidentin großen Wert auf Begegnung, Offenheit und Nachhaltigkeit. Formate wie der „Willkommensgruß am Rhein“ oder der Gesellschaftsabend in Kaiserswerth sollen gezielt den Austausch fördern. Erstmals erhalten alle Teilnehmer:innen zudem ein kostenfreies ÖPNV-Ticket für den gesamten Tagungszeitraum – ein bewusstes Signal für nachhaltige Kongresslogistik. Auch beim Catering wird ein neuer Weg eingeschlagen - geplant ist ein rein vegetarisch-veganes Konzept: „Nachhaltigkeit ist für mich keine Floskel. Wir wollen zeigen, dass Kongresse auch anders organisiert werden können.“

Einladung zum Perspektivwechsel

Mit Blick auf die Anmeldungszahlen formuliert Hoffmann ein ambitioniertes Ziel von rund 600 Besucher:innen. Entscheidend sei jedoch weniger die Zahl als die Wirkung: Die Jahrestagung soll Neugier wecken, neue Denkansätze eröffnen und Lust auf Dermatologie machen. Oder, wie Hoffmann es formuliert: „Wer noch nie da war, soll kommen, um Blut zu lecken – und zu sehen, wie spannend Dermatologie sein kann.“

Bis zum 30. April 2026 gilt noch der Frühbucherpreis - JETZT ANMELDEN.